Besuch der Grube Messel

Nach einem einführenden Vortrag fuhren 40 Mitglieder der Akademie für Ältere unter der Leitung von Frau Stephanie Traum-Geursen zum Weltkulturerbe Grube Messel nach Darmstadt-Dieburg. Eine kompetente Führerin zeigte uns in einer 3-stündigen Wanderung die offene Tagebaugrube, in der von 1859 bis 1970 bituminöser Tonstein, Eisenerz und Braunkohle abgebaut wurden. Umgangssprachlich werden diese Sedimente auch als Ölschiefer bezeichnet.

Der Ölschiefer entstand vor etwa 47 Millionen Jahren. In einem Explosionstrichter eines Vulkanausbruchs bildete sich ein bis zu 300 m tiefer See - ein Maar, das durch Sedimentation wieder aufgefüllt wurde.

Der See hat etwa 1,5 Millionen Jahre bestanden. Die sehr große Tiefe im Verhältnis zur kleinen Oberfläche erlaubte einen Wasseraustausch durch Konvektion nur in den oberen Wasserschichten, was in der Tiefe zu Sauerstoffmangel führte. Deshalb konservierten sich in dem tropischen Gewässer in den tiefer gelegenen Wasserschichten und im Schlamm tote Tiere und Pflanzen, die dann auf den Grund sanken und versteinerten.


Bekannt wurde die Grube Messel durch die dort gefundenen hervorragend erhaltenen Fossilien von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten und Pflanzen. Besonders die Weichteilerhaltung bei Säugetieren macht diese Fossilien einzigartig.

Am bekanntesten ist die frühe Pferdeart "Propalaeotherium", von der über 70 Individuen gefunden wurden. Weitere bedeutende Funde sind ein Kranichvogel, dem ungefähr die Hälfte aller in der Grube Messel gefundenen Vogelfossilien zugeordnet werden, sowie ein ausgestorbener Primat.


Im neu eröffneten Besucherzentrum wird in einer multimedialen Schau alles Wissenswerte dargestellt. Aber für uns war der Besuch des kleinen aber feinen Museums im Dorf Messel mit vielen dieser fossilen Exponate das besondere Erlebnis und rundete unseren Ausflug ab.


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